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Rohrleitungsgewicht und Halterungslast
Gewicht je Meter aus Rohr, Füllung, Dämmung und Ummantelung – und die Last je Halterung für Betrieb und Wasserdruckprobe.
Grundlagen & Quellen
Womit das Werkzeug rechnet, auf welche Normen und Daten es sich stützt und wo seine Grenzen liegen. Stand September 2026. Zum Üben: Verstehen und ausprobieren.
Rechenweg
- RohrQuerschnitt × Dichte + Zuschlag Flansche/Formstücke
- FüllungInnenquerschnitt × Dichte des Mediums
- DämmungRingquerschnitt × Rohdichte + Mantelblech
- Halterung(q × Stützweite + Einzellast) × g
Normen & Regelwerke
Bezug: Die Werkzeuge rechnen mit den Formeln bzw. Einteilungen dieser Normen. Normtexte und Normtabellen sind nicht enthalten.
| EN 10220 / DIN EN ISO 1127, ASME B36.10/B36.19 | Rohrmaße über den Rohrklassenrechner |
|---|
Daten & Herkunft
| Rohrmaße | Rohrklassenrechner – Schätzwerte aus Herstellerangaben |
|---|---|
| Dichten Werkstoff, Medium, Dämmung, Mantel | wie im Stützweitenrechner – Richtwerte, im Rechner änderbar |
Annahmen & Grenzen
- Randhalterungen und Lager neben Armaturen tragen mehr; Festpunkte zusätzlich Reibungs-, Dehnungs- und Innendruckkräfte.
- Druckprobe: Leitung mit Wasser gefüllt – bei Gasleitungen maßgebend.
Normenstand zu dieser Seite 3 Normen · Recherche September 2026
| Norm | Inhalt | Aktuelle Ausgabe | Ersetzt / Nachfolger |
|---|---|---|---|
| DIN EN 10220 | Nahtlose und geschweißte Stahlrohre – Allgemeine Tabellen für Maße und längenbezogene Masse | DIN EN 10220:2003-03 | ersetzt DIN V ENV 10220:1994-02; DIN 2448:1981-02; DIN 2458:1981-02 |
| DIN EN ISO 1127 | Nichtrostende Stahlrohre – Maße, Grenzabmaße und längenbezogene Masse | DIN EN ISO 1127:2019-03 | ersetzt DIN EN ISO 1127:1997-03 |
| ASME B36.10 (bis 2018: B36.10M) | Welded and Seamless Wrought Steel Pipe | ASME B36.10-2022 | ersetzt ASME B36.10M-2018 |
Recherche bei DIN Media, ISO, IEC und ASME, Stand September 2026. Vor verbindlicher Anwendung bitte die aktuelle Ausgabe beim Normenherausgeber prüfen. Übersicht aller Normen: Anlagenbau-Infobase · Normenstand.
Verstehen und ausprobieren
Wie schwer ist eine Rohrleitung – leer, im Betrieb und bei der Druckprobe? Das Gewicht bestimmt, wie stark Halterungen, Stahlbau und Rohrbrücke sein müssen.
Die Begriffe in fünf Minuten
- Metergewicht q
- Gewicht je Meter Leitung in kg/m. Summe aus Rohr, Füllung, Dämmung und Blechmantel.
- Rohrquerschnitt
- A = π/4 · (Da² − di²). Mal Dichte (Stahl 7,85 kg/dm³) ergibt das Rohrgewicht je Meter.
- Füllung
- π/4 · di² mal Dichte des Mediums. Bei Wasser ist die Füllung oft fast so schwer wie das Stahlrohr selbst.
- Dämmung und Mantel
- Ringfläche der Dämmung mal ihre Rohdichte, dazu das Mantelblech. Bei kleinen Rohren mit dicker Dämmung ein großer Anteil.
- Last je Halterung
- F = q · Stützweite · g (+ Einzellasten wie Armaturen). Die Stützweite kommt aus dem Stützweitenrechner.
- Wasserdruckprobe
- Auch Gas- und Dampfleitungen werden oft mit Wasser abgedrückt – dann tragen die Halterungen die volle Wasserlast.
Ausprobieren und verstehen
Im Rechner oben eine Größe ändern und beobachten, was mit den anderen passiert:
| Probieren Sie | Was passiert | Warum |
|---|---|---|
| Medium von „leer/Gas“ auf Wasser stellen (DN 100) | Das Metergewicht steigt von rund 10 auf 19 kg/m. | Die Wasserfüllung wiegt bei DN 100 fast so viel wie das Rohr. |
| 100 mm Mineralwolle mit Blechmantel dazunehmen | Bei DN 25 wird die Last mehr als verdoppelt, bei DN 300 sind es nur rund 10 % mehr. | Die Dämmung wächst mit dem Umfang, das Rohr mit der Fläche. |
| Edelstahl mit dünner Wand statt Stahl | Das Rohr wird deutlich leichter, die Wasserfüllung bleibt. | Dünnere Wand (EN ISO 1127) – ähnliche Dichte, aber weniger Material. |
| Druckprobe statt Betrieb bei einer Dampfleitung | Die Halterungslast springt nach oben. | Deshalb steht in der Halterungsplanung immer auch der Lastfall Druckprobe. |
Typische Fehler
- Nur das leere Rohr rechnen und die Druckprobe vergessen.
- Armaturen und Flansche nicht als Einzellast ansetzen – eine DN-150-Klappe wiegt schnell 50 kg.
- kg und kN verwechseln: 100 kg ≈ 0,98 kN.
Zum Üben
Übungsaufgabe: Stahlrohr 114,3 × 3,6 mm mit Wasser gefüllt, Stützweite 5 m, ohne Dämmung. Welche Last trägt eine Halterung in der Mitte einer langen Leitung?
Lösung anzeigen
Rohr: π/4 · (114,3² − 107,1²) = 1 252 mm² → 1 252 · 10⁻⁶ m² · 7 850 kg/m³ ≈ 9,8 kg/m. Wasser: π/4 · 107,1² = 9 009 mm² → ≈ 9,0 kg/m. Zusammen ≈ 18,8 kg/m. Je Halterung (Einzugsbreite = Stützweite 5 m): 94 kg ≈ 0,92 kN. Mit Zuschlag für Flansche und Formstücke rechnet man etwas mehr.
Für Ausbildung und Studium: Die Seite darf im Unterricht gezeigt werden. Kennwerte sind Richtwerte; für Nachweise gelten die Normen und Herstellerangaben.
Wozu der Rechner?
Warum man das braucht
Halterungen, Rohrbrücken, Decken und Stahlbau werden nach den Lasten der Leitungen bemessen. Die Bauplanung braucht diese Lasten früh – und maßgebend ist oft nicht der Betrieb, sondern die mit Wasser gefüllte Leitung bei der Druckprobe.
Welche Aufgaben er löst
- Welche Last gibt die Leitung je Halterung ab – im Betrieb und bei der Wasserdruckprobe?
- Wie schwer ist die ganze Leitung (aus der PCF) für Lastenplan und Kostenschätzung?
- Welche Einzellasten (Armaturen) kommen dazu?
- Passt die Stützweite zum Gewicht? – weiter mit dem Stützweitenrechner
Wann im Planungsprozess
- Grundlagen / Vorplanung–
- Basic EngineeringLastangaben für Rohrbrücken, Decken und Stahlbau (Lastenplan)
- Detail EngineeringHalterungen auswählen, Stützweiten festlegen
- Montage / InbetriebnahmeTransportgewicht vorgefertigter Rohrteile, Hebezeuge
- Betrieb / Umbau im BestandNeue Leitung an bestehender Konstruktion – trägt die Halterung?
Häufige Fragen
Warum Wasserdruckprobe?
Gas- und Dampfleitungen werden oft mit Wasser geprüft – dann sind Halterungen deutlich höher belastet als im Betrieb.
Vorbemessung für die Planung – keine Nachweisführung. Maße und Werkstoffkennwerte stammen aus dem ASEING Rohrklassen- und Stützweitenrechner und sind Schätzwerte aus öffentlich zugänglichen Herstellerangaben, verallgemeinert; alle übrigen Kennwerte sind Richtwerte. Sie können von der Norm abweichen – vor verbindlicher Verwendung gegen die gültigen Normen und Herstellerangaben prüfen. Eigene Werte lassen sich im Rechner eintragen.